Buslinien in Deutschland

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Buslinien in Deutschland

Beitragvon groundhopping » 23.02.2011 13:21

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Quelle: DPA
Erschienen: 23.02.2011, 11:01 Uhr

Busgesetz: Angriff auf Bahn und Mitfahrzentralen Von Georg Ismar, dpa (Mit Bild)

Schwarz-Gelb macht Ernst mit der Liberalisierung des Busverkehrs:
Künftig sollen mehr Fernbusse zwischen den großen Städten rollen.
Weniger für die Bahn als vielmehr für Mitfahrzentralen dürfte das zur
Konkurrenz werden.

Berlin (dpa) - Es ist ein Monopol aus der Nazi-Zeit. 1931 war in
der Überlandverkehrsordnung festgelegt worden, dass bis auf wenige
Ausnahmen nur auf den Strecken Fernbusse rollen dürfen, wo es keine
anderen Verbindungen, also vor allem Bahnstrecken gibt. Union und FDP
wollen nun nach dem Vorbild der amerikanischen Greyhound-Busse mehr
Alternativen zwischen großen Städten ermöglichen. Künftig soll es
kaum noch Einschränkungen geben - dies geht aus dem Entwurf für eine
Reform des Personenbeförderungsgesetzes hervor. Ab 2012 könnten
hunderte Fernbusse in Deutschland rollen.

«Auch aus ökologischen Gründen streben wir die Liberalisierung
an», heißt es im Hause von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).
Dahinter verbirgt sich auch ein Angriff auf die Mitfahrzentralen,
deren private Angebote nach Schätzungen von jährlich mehr als einer
Million Menschen genutzt werden. Hier gibt es eine Grauzone, weil oft
Kurierdienste in Kleinbussen bis zu zehn Leute mitnehmen und sich
schwarz ein nettes Zubrot verdienen.

«Mit einem Bus können 50 Leute fahren statt viele Mitfahrer in
dutzenden Autos», wird in Ramsauers Verkehrsministerium argumentiert.
Dort will man den Eindruck vermeiden, dass das Gesetz gegen die
Deutsche Bahn gerichtet ist.

Nach dem Krieg wurde die Regelung aus den 1930er Jahren im
Personenbeförderungsgesetz übernommen. Betreiber der bisher nur rund
100 innerdeutschen Fernbusstrecken, die vor allem von und nach Berlin
und später als Zubringer zu den Airports der Billigfluglinien
entstanden sind, ist bis heute oft die Bahn selbst. Und diese will
notfalls massiv in den neuen Markt einsteigen, um die neuen
Konkurrenten auszubooten.

Die DB macht im Hintergrund Druck und fordert eine Mautpflicht für
die Fernbusse, schließlich müssten in die Bahntickets auch die
Trassenkosten eingepreist werden. Genehmigte Angebote sollten einen
Bestandsschutz erhalten, da Firmen in Fahrzeuge, Betriebsstätten und
Personal investiert hätten. Das zielt natürlich auf die Bahn als
bisher größten Busbetreiber in Deutschland ab. Vielleicht wird es die
Bahn noch ärgern, dass sie vor fünf Jahren die Busgesellschaft
Deutsche Touring an ein spanisches Konsortium um den Buskonzern Alsa
verkaufte, das nun im Fernbusmarkt der größte Konkurrent werden
dürfte und große Pläne hat.

Einen Bestandsschutz sieht der Entwurf nun nicht vor - aber bei
Strecken, wo es bereits Betreiber gibt, können diese binnen eines
Monats auf andere Gebote reagieren und ihr Angebot nachbessern. Die
Allianz pro Schiene kritisiert besonders, dass Strecken bereits nach
drei Monaten wieder eingestellt werden können. Außerdem seien die
Fahrgastrechte nicht ausreichend. «Über die Fernbus-Liberalisierung
versucht die Politik, sich aus ihrer Pflicht zum Ausbau der
Schieneninfrastruktur zu stehlen», sagt Geschäftsführer Dirk Flege.
Zudem sei das Unfallrisiko im Bus 27 Mal höher als bei der Bahn.

Es geht vor allem um ein neues Angebot für das Billig-Segment,
etwa für Schüler, Studenten und Geringverdiener. Während der
Normalpreis im ICE von Berlin nach Hamburg derzeit bei 70 Euro liegt,
werden für die gleiche Strecke im Bus nur 27 Euro fällig, hat die
Stiftung Warentest ermittelt. An dem Betreiber BerlinLinienBus ist
die DB Mobility Logistics AG beteiligt. Zwar ist die Busreise
billiger, aber dafür verlängert sich die Reisezeit deutlich. «Wer
nicht unter Zeitdruck steht, kann mit dem Fernbus seine Reisekasse
schonen», lautet die Analyse der Warentester.

Während es im innereuropäischen Verkehr zahlreiche Fernbuslinien
etwa von Köln nach Paris oder Warschau gibt und von Deutschland pro
Jahr drei Millionen Fahrgäste starten, hinkt der Wettbewerb auf
innerdeutschen Strecken. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Juni
2010 solche Verbindungen begrüßt, wenn der Preis erheblich günstiger
ist als das Parallelangebot der Bahn.

Die Busbranche erhofft sich ein Konjunkturprogramm, ging doch in
den letzten Jahren die Zahl der Busunternehmen von 6500 auf 5000
zurück. Im derzeitigen Fernliniennetz werden nach Angaben des
Verkehrsexperten Heinrich Strößenreuther deutlich weniger als 50
Millionen Euro Umsatz erzielt. Angesichts steigender Spritpreise
sieht er hier große Potenziale. Der Fernbusmarkt erfordere aber 1500
bis 2500 neue Busse. Kostenpunkt: 500 Millionen Euro. Strößenreuther
beziffert den möglichen Marktanteil im Fernverkehr auf 5 Prozent.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) schielt
besonders auf die vielen privaten Mitfahrgelegenheiten, der Bahn
werde man nur maximal zwei Prozent der Fahrgäste abjagen. Wolfgang
Steinbrück, Präsident des BDO, betont: «Die Nachfrage ist da. Ich
gehe davon aus, dass wir eine Million an Fahrgästen schaffen können.»

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groundhopping
 

Beitragvon Alex-DA » 23.02.2011 13:40

War ja schon länger im Gespräch... Alles was neue Alternativen bietet ist mir willkommen, also her mit! =)
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Beitragvon ------ » 23.02.2011 16:32

1931 war Nazi-Zeit? Trotzdem eine gute Sache, die da jetzt ins Rollen kommt!
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Beitragvon Sinola » 23.02.2011 16:58

die meisten Quellen nennen 1934 als Ursprungsjahr des Personenbeförderungsgesetzes, wird wohl auch stimmen und der historische Kontext, was immer der dann auch in diesem fall bedeuten mag, wäre dann auch wieder richtiggestellt.
Versprechen würde ich mir davon nicht so furchtbar viel. Der Markt wird schon dafür sorgen, dass nach einer wilden Anfangsphase mit vielen Anbietern und entsprechend niedrigen Preisen wenige Platzhirsche übrigbleiben und die Preise sich bis 2013, 2014 an die der DB angenähert haben.
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Beitragvon HdA » 23.02.2011 17:07

Sinola hat geschrieben:die meisten Quellen nennen 1934 als Ursprungsjahr des Personenbeförderungsgesetzes, wird wohl auch stimmen und der historische Kontext, was immer der dann auch in diesem fall bedeuten mag, wäre dann auch wieder richtiggestellt.
Versprechen würde ich mir davon nicht so furchtbar viel. Der Markt wird schon dafür sorgen, dass nach einer wilden Anfangsphase mit vielen Anbietern und entsprechend niedrigen Preisen wenige Platzhirsche übrigbleiben und die Preise sich bis 2013, 2014 an die der DB angenähert haben.


nur dass sie da das problem haben, dass sie mitfahrgelegenheiten nicht aus dem markt drängen können. sobald hier die preise wieder über die der "konkurrenz" mfg steigen, werden sie probleme kriegen.

außerdem ist ja son busunternehmen schnell gegründet. du kannst dir ja auch erstmal ein 9er bus kaufen und damit irgendwo linienfahrten anbieten. das ist im moment schlicht nicht erlaubt bzw. nur mit erlaubnis der bahn, die es nicht gab.

hinzu kommt, dass es ja, wie im text beschrieben tausende von busunternehmen gibt, die aber im moment keine linienfahrten anbieten. die können vielleicht von den wenigen großen am anfang aus dem linienbusmarkt gedrängt werden, aber sobald die großen die preise erhöhen, können die kleinen ja sofort und ohne viel aufwand wieder einsteigen, denn die busse für die kaffefahrten etc. sind ja eh vorhanden.
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Beitragvon jochensge » 23.02.2011 17:26

Ich gehe ebenfalls mittel- langfristig nicht von sensationell niedrigen Preisen aus. Ich würde prognostizieren, dass die Preise sich an dem DB-Preis mit BC50 orientieren, nur eben halt mit Bindung an eine Fahrzeit.

HdA hat geschrieben:außerdem ist ja son busunternehmen schnell gegründet. du kannst dir ja auch erstmal ein 9er bus kaufen und damit irgendwo linienfahrten anbieten. das ist im moment schlicht nicht erlaubt bzw. nur mit erlaubnis der bahn, die es nicht gab.


Es wird auch weiter Konzessionen geben, nur halt ohne große Hürden. Allerdings ist da ja noch nicht alles entschieden, denn der FDP-Vorschlag enthielt sehr viele Freiheiten, die meiner Meinung nach zum einen für den Fahrgast nicht unbedingt gut sind (Einstellung des Linienbetriebs in kurzer Zeit, Entschädigung bei Verspätung, usw) und viel Freiheit und ein großer Wettbewerb meist dazu führt, dass Gerichte sich mit Konkurrentenklagen rumschlagen müssen.

Eine schnelle Reaktion von Busunternehmen auf höhere Preise von Konkurrenten halte ich auch eher für unwahrscheinlich. Es gibt ja durchaus Beispiele in deutschland, die zeigen, das Busfahrten was kosten. So wurden ja schon einige Linienkonzessionen nach Hahn freiwillig zurückgegeben. In diesen Fällen hätte ein billigerer Konkurrent ja sich dann bewerben können, hat er aber nicht...Und dann stellt sich natürlich auch die Frage, wie kleine Busunternehmen Fahrgäste gewinnen.
Wobei man natürlich auch bedenken muß, dass ei einem freien Busmarkt es wahrscheinlich auch Agenturen geben wird, die dafür sorgen, dass Busse überhaupt voll werden. Denn wie will z.B. ein 2-Bus-Unternehmen Kunden gewinnen? Einen gemeinsamen Fahrplanauskunft wie bei der Bahn gibt es nicht und einfach nur an ne Bushaltestelle n Fahrplan hängen bringt auch nur wenige Fahrgäste.
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Beitragvon TSclub » 23.02.2011 21:46

also ich als busfahrer begrüße es. Bild
fangen wir doch bald an...
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Beitragvon Versicherungsfuzzi » 03.08.2011 11:02

Das Kabinett hat es bereits beschlossen, nun muss es nur noch durch den Rat. Ab 2012 soll es losgehen.
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Beitragvon blub » 03.08.2011 14:41

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Beitragvon Phantomas » 14.11.2012 11:54

MeinFernbus.de hat ab Ende November einige Verbindungen im Angebot, z.B. Frankfurt - Zürich ab 18€.
Hier der Liniennetzplan: http://meinfernbus.de/unser-angebot/liniennetz.html

Hier noch ein 3€-Gutschein ohne MBW, gültig bis 31.01.13: OMMYDD3ZYR9
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Beitragvon XFlorian » 07.03.2013 11:46

So langsam wirds unübersichtlich, was die ganzen Fernbus Anbieter auf dem Markt betrifft, Abhilfe schafft diese Suche:
http://www.busliniensuche.de/
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Beitragvon Maxx » 30.03.2013 11:59

Aldi steigt auch ins Buslinien Buisness ein.
http://www.bild.de/geld/wirtschaft/busu ... .bild.html

Aber meiner Meinung nach zu teuer..
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Beitragvon ------ » 17.02.2015 23:55

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